Fachtagung: Bildungsgerechtigkeit von Anfang an
Impulse für notwendige Reformen
15. Januar 2026 | 9:00–16:30 Uhr | GLS Campus Berlin
Programmflyer: Fachtag Bildungsgerechtigkeit 2026
Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Corona-Urteil einen Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit skizziert – diese Chance für einen systemischen Wandel ist bislang weitgehend ungenutzt geblieben. Die Initiative BildungsgeRECHTigkeit, ein Zusammenschluss von über 20 Bildungsstiftungen, lädt Sie herzlich zu einer bundesweiten Fachtagung ein, um gemeinsam Wege zu einem zukunftsfähigen Bildungssystem zu diskutieren und zu erarbeiten.
Unsere Vision: Bildung konsequent vom jeweiligen Kind her denken! Statt Systemerhalt und altgediente Zuständigkeiten stehen die Bedarfe des Kindes im Mittelpunkt. Schwerpunkt der Tagung werden die Bausteine unseres Policypapers sein.
Hochkarätige Expertise und lebendige Debatten
Freuen Sie sich auf spannende Diskussionen und Impulse von Vertreter*innen der Bundes-, Landes und kommunaler Ebene und Expert*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Stiftungen. Gemeinsam wollen wir diskutieren, wie Bildungsgerechtigkeit jetzt umgesetzt werden kann und wie ein Bildungssystem aussieht, in dem das Kind im Zentrum steht. Der Fachtag bietet dabei ausreichend Gelegenheiten, ins Gespräch zu kommen.
Praxisorientierte Workshops
Am Nachmittag vertiefen Sie Ihr Wissen in vier thematischen Workshops:
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- Nah am Kind: Was brauchen wir für eine datengestützte Förderung? Ohne regelhafte, individuelle Diagnostik und Lernstandserhebung sind weder individuelle Förderung noch strukturelle Kita- und Schulentwicklung und damit verbundene systemische Steuerung möglich. Wir brauchen für die Entwicklungs- und Lernverläufe junger Menschen institutionenübergreifende Zielgrößen. Die Erneuerung von Bildung bedeutet die Etablierung einer Evaluationskultur, die regelmäßig, frühzeitig und vergleichbar Daten erhebt und nutzt, um Entwicklung gezielt zu unterstützen. Welche konkreten Schritte sind dafür zu gehen? Wen müssen wir auf welcher Ebene beteiligen und dafür gewinnen? Welche Verantwortlichen sollten federführend eingebunden sein und welche konkreten Umsetzungsziele sollte man sich setzen?
- Ressourcen umsteuern für mehr Bildungsgerechtigkeit? Bisher gibt es kaum eine zielgerichtete Koordination von Maßnahmen und Ressourcen an den Lernorten der Kinder für Mittel der Sozialgesetzgebung einerseits und Mittel der Kita- und Schulfinanzierung andererseits. Wenn wir die Ressourcensteuerung von den Bedarfen des jeweiligen Kindes her denken, müssten personelle und finanzielle Ressourcen frühkindlicher, schulischer und außerschulischer Bildung rechtskreisübergreifend gebündelt und entlang der erhobenen Bedarfe der Kinder und Jugendlichen eingesetzt werden. Welche konkreten Schritte sind dafür zu gehen? Wen müssen wir beteiligen und dafür gewinnen? Welche Verantwortlichen sollten federführend eingebunden sein und welche konkreten Umsetzungsziele sollte man sich setzen?
- Föderales Miteinander – was brauchen wir an regelhaften Strukturen dafür? Wenn wir bei der Steuerung des Bildungssystems das Kind ins Zentrum stellen, helfen nicht unabgestimmte Zuständigkeiten Vieler, sondern eine gemeinsam geteilte Verantwortung von Stadt, Landkreis, Land und Bund – bei Akteuren der formalen wie non-formalen Bildung. Konkret bedeutet dies: Die Zusammenarbeit formaler, non-formaler und informeller Bildungsorte und -träger auf Basis gemeinsamer Ziele sollte strukturell gefördert werden, um nahtlose Bildungsbiografien zu ermöglichen, in denen Kinder kontinuierlich gefördert und soziale Ungleichheiten reduziert werden. Das setzt trotz föderaler Grundordnung das Gebot der Kooperation voraus. Welche konkreten Schritte sind dafür zu gehen? Welche Prozesse müssen aufgesetzt werden? Wen müssen wir beteiligen und dafür gewinnen? Welche Verantwortlichen sollten federführend eingebunden sein und welche konkreten Ziele sollte man sich setzen?
- Rechtlicher Rahmen – welche Änderungen brauchen wir für das Recht auf Bildung? Wenn Personal und Mittel rechtskreisübergreifend zusammengefasst werden und Bildungseinrichtungen größere Autonomie auf den Wegen zur Zielerreichung anhand der konkreten Bedarfe ihrer Kinder erhalten sollen, was ist dann rechtlich konkret zu verändern? Welche rechtlichen Schritte leiten sich aus der Urteilsbegründung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Corona Schul-Urteil ab? Hilft eine Grundgesetzänderung weiter, in der neben der Schulpflicht auch das Recht auf Bildung festgeschrieben wird?
Seien Sie dabei, wenn wir gemeinsam die Weichen für mehr Bildungsgerechtigkeit stellen! Wir freuen uns auf lebendige Debatten und konstruktive Impulse für ein Bildungssystem, das wirklich alle Kinder im Blick hat.
Die Einladung zur Fachtagung erfolgt persönlich und ist nicht übertragbar.
Veranstaltungsort
GLS Campus Berlin
Kastanienallee 82
10435 Berlin